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Au-Pair-Junge startet ein Wettrennen mit Gastkind

Plötzlich ist ein Au-Pair-Junge im Haus

Judith Liehr·12. Dezember 2019

Ich setze mich immer sehr für unsere männlichen Au-Pairs ein, da wir in den vergangenen Jahren wirklich sehr gute Erfahrungen machen konnten und ich denke, dass man den eigenen Kindern durchaus vermitteln kann und sollte, dass auch Jungs gute Kinderbetreuer sein können. Über die Vorteile von Au-Pair-Jungs habe ich schon einen Artikel geschrieben und, wann immer es passt, empfehle ich unseren Gastfamilien, darüber nachzudenken.

Heute sprach ich mit einer unserer Gastmütter, die gerade ein neues Au-Pair-Jahr mit einem Jungen startete. Die Familie hat zwei Kinder – einen Jungen und ein Mädchen, beide über 10 Jahre alt und lebt schon seit vielen Jahren mit Au-Pairs, es waren bislang immer junge Damen. Diesmal wurde es ein männlicher Bewerber.

Der junge Mann kommt aus Südamerika und ist Anfang November eingereist – derzeit leidet er noch ein wenig unter unserem Novemberwetter. :) Er hat einen Führerschein (und Fahrpraxis) und kann den Eltern so einige Fahrdienste abnehmen. Wie nahezu alle unsere männlichen Au-Pairs hat auch er im Vorfeld ein Praktikum in einem Kindergarten absolviert. Er hat selbst zwei jüngere Schwestern und ist sehr sportaffin (Fußball - ein Hobby, das er nun auch mit seinem Gastvater teilen kann). Selbstverständlich wird er auch im Haushalt helfen, oder kleine Mahlzeiten zubereiten (an dieser Stelle muss er noch ein wenig „üben“). Den beiden Kindern der Gastfamilie wurde allerdings bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass sich die Au-Pair-Aufgaben nun ein wenig verschieben würden, sie also auch selbst mit anpacken sollten.

Wie mir die Gastmutter nun berichtete, funktioniert das sehr gut. Die Beiden, ein wenig verwöhnt von einigen jungen Damen, die ja oftmals sehr darauf bedacht sind, es „ihren“ Gastkindern recht zu machen, kämen plötzlich gar nicht mehr auf die Idee, den jungen Mann darum zu bitten, ihnen beispielsweise eine Wasserflasche zu bringen. Ebenso könnten sie plötzlich auch alleine ihre Brotboxen richten, oder ihr Geschirr in die Spülmaschine räumen. Das Beste daran ist sicherlich, dass das offenbar ganz automatisch und ohne große Diskussionen vonstatten geht.

Die Gastmutter stellt fest, dass sie selbst sehr viel entspannter und auch an einigen Stellen langmütiger ist (an dieser Stelle muss erwähnt werden, dass ihre Geduld vom vorherigen Au-Pair sehr strapaziert wurde). Alles in allem sieht sie dem kommenden Jahr sehr positiv entgegen und regte an, dass ich diese Erfahrung gerne auch zukünftigen Gastfamilien weitergeben möge. Vielen Dank dafür :)

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