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Deutsch im Ausland unterrichten ist nicht immer einfach

Warum es nicht immer einfach ist, Deutsch im Ausland zu unterrichten!

Judith Liehr·01. August 2013

Warum ist eigentlich der spielerische Umgang mit Sprache im Alltag von oftmals von wesentlicher Bedeutung? Die Antwort darauf lautet ganz einfach, dass gerade Humor eines der beliebtesten Kommunikationsmittel ist – um beispielsweise einen Witz zu übermitteln, ist Sprache das am häufigsten genutzte Mittel.

Wir, bei Kulturist, haben natürlich sehr viel mit Menschen zu tun, die keine Deutsch-Muttersprachler sind und dabei fällt uns immer wieder eine „Kleinigkeit" auf, die immer wieder zur Verwirrung, oder auch Gelächter führt. Gemeint sind hier Homonyme – also Worte, die sowohl in der geschriebenen als auch in der lautlichen Form übereinstimmen, die aber eine völlig unterschiedliche Bedeutung haben: Birne – hier könnte eine Frucht, oder aber eine Glühbirne gemeint sein, auf dem Bau könnte man auch eine Abrissbirne darunter verstehen (umgangssprachlich könnte sogar der Kopf gemeint).

Wie wollen Sie als Sprachtutor(in) in Spanien diesen Satz erklären: „Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen." Oder auch folgendes Szenario im Meer: Walfisch: "Was wollen wir heute tun, Fisch?" Darauf der Thunfisch: "Du hast die Wahl, Fisch."

Haben Sie jemals „Teekesselchen" gespielt? Es lassen sich aus homonymen Wortpaaren Rätselfragen formulieren, wie beispielsweise: Was haben ein König und ein Apfelbaum gemeinsam?

Wenn wir das ganz genau untersuchen wollen, müssen wir eigentlich bei diesen mehrdeutigen Worten noch in Homonyme (sie haben eine unterschiedliche Herkunft und Bedeutung) und Polyseme (sie haben eine gemeinsame sprachliche Wurzel und/oder eine abgeleitete Bedeutung) unterscheiden – wie zum Beispiel der „Läufer" im Sport und beim Schach, oder das „Schloss" an die Tür oder als Bauwerk.

Wirklich haarig wird es dann auch, wenn Sie als Auslandspraktikant(in) in China die beiden Unterformen der Homonyme erklären wollen. Das sind zum einen Homographe, die gleich geschrieben, aber unterschiedlich ausgesprochen werden:

der Tenor (Stimmlage/Sänger – Betonung auf dem zweiten, langen Vokal) der Tenor ( Grundhaltung – Betonung auf dem ersten, langen Vokal) oder übersetzen (in eine andere Sprache übertragen – Betonung auf dem dritten, kurzen Vokal) übersetzen (einen Fluss überqueren – Betonung auf dem ersten, kurzen Vokal)

Zum anderen gibt es auch noch Homophone, die dann unterschiedlich geschrieben, aber gleich gesprochen werden:

die Wände (Mauern), die Wende (Umkehr) der Leib (Körper), der Laib (Brot) die Seite (wie linke Seite oder Buchseite), die Saite (Teil eines Musikinstruments)

Interessant ist auch folgender Satz: Können Sie sich auf jemanden verlassen, der Sie verlassen hat? Ist das Polysemie oder Homophonie? Das ist oftmals strittig und an dieser Stelle auch unwichtig, da es hier auf „Vertrauen" und „Gefühle" ankommt – interessant ist eher, dass es, obwohl das Wort einmal eine positive und einmal eine negative Bedeutung hat, im Deutschen dasselbe Wort ist.

Sie sehen schon, das ist nicht einfach und es gibt auch kein wirkliches Patentrezept dafür, wie man Nicht-Muttersprachlern, diese Dinge einfach näher bringen kann – ganz sicher aber kann man damit aber durchaus auch Spaß haben!

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