
Au-Pair in Spanien – Michaelas Erfahrungsbericht
Mit Mallorca beispielsweise verbinden die meisten Menschen hier nur „Urlaub“ und „Ballermann“ – man kann dort aber auch sehr gut Au-Pair sein, ebenso wie auch auf Gran Canaria oder Fuerteventura. Diese Woche erreichte mich der Erfahrungsbericht von Michaela, die sowohl das Inselleben, als auch das Leben auf dem spanischen Festland kennengelernt hat:
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Hola hola,
nach acht wunderbaren Monaten in Spanien bin ich nun wieder auf deutschem Boden gelandet. Meine Au-Pair Zeit war sicherlich keine normale, ich versuche es euch einmal in ein paar Sätzen zu schildern.
Nach einer super schnellen Vermittlung von Kulturist und kurzem kennenlernen der Gastfamilie via Skype reiste ich Anfang September nach Mallorca, um dort in einer mallorquinischen Familie mich um den 2-jährigen Sohn zu kümmern und ihm spielerisch Englisch beizubringen. Die erste Zeit war natürlich sehr aufregend. Neues Land, neue Leute, neue Sprache und ein neues Zuhause.
Leider akzeptierte der kleine Junge mich nicht so schnell. Es gab Tage da kam ich nicht an ihn ran, egal was ich tat und es gab Tage da vergnügte er sich mit mir. Das alles lag wahrscheinlich daran, dass die Mutter gerade Schwanger war und er spürte, dass das was „neues“ kommt und Mama eventuell bald keine Zeit mehr hat. Die Familie hat mir trotzdem einen wunderbaren Einblick in die mallorquinische Lebensweise geboten, bis wir entschieden haben, nach Weihnachten getrennte Wege zu gehen, da der kleine einfach größtenteils mich nicht akzeptiert hat und es für beide Seiten nicht schön war.
Die Suche nach einer neuen Familie begann, und da ich viele Au-pairs auf Mallorca kannte, war eine neue Familie auch schnell gefunden. Wir trafen uns zum Mittagessen und es hat von Anfang an gepasst und so sagten sie mir sofort zu und gaben mir noch die Chance vorbeizukommen um die Kinder kennenzulernen und die Wohnung.
Nach einem 3-wöchigem Urlaub über Weihnachten und Silvester zu Hause in Deutschland flog ich dann wieder nach Mallorca zu meiner neuen Familie. Diesmal eine Deutsch-Spanische Familie. Mit der Mutter wurde Spanisch geredet und mit den zwei süßen Jungs (2 und 5 Jahre alt) sowie mit dem Vater deutsch.
Ich konnte meine Au-pair-Freundschaften weiterhin pflegen und weiterhin zur Sprachschule gehen. Die Kinder akzeptierten mich super super schnell und waren super herzlich. Wir hatten sehr viel Spaß. Auch mit der Mutter hatte ich sofort eine freundschaftliche Beziehung, da der Vater viel auf Geschäftsreise war, haben wir zwei eben zusammengehalten und alles zusammen erledigt.

Mitte Februar kam dann die Nachricht, dass der Vater wegen beruflichen Gründen aufs spanische Festland ziehen muss – innerhalb 15 Tagen! Ich war erstmal geschockt, die Familie hat aber alles getan um mich zu überreden mitzukommen. Na klar, die Kinder sind mir ans Herz gewachsen, die Eltern waren nett und nochmal die Familie wechseln? Also ging ich mit und so ging es Ende Februar nach anstrengenden Tagen von Kisten packen mit Sack und Pack per Fähre nach Murcia. Ich war um meine Au-pair-Freundschaften sehr traurig, da ich echt super Mädels kennengelernt hatte und wir jedes Wochenende zusammen etwas unternommen hatten, aber eventuell hatte ich nun die Chance mehr von Spanien kennenzulernen.
In Murcia musste ich erst einmal wieder von vorne anfangen. Die Stadt erkunden, ein Sprachkurs suchen und Freunde finden- Dies ging alles zum Glück super schnell und so konnte ich in Murcia an der Universität eine Diplom für B2.2 in Spanisch machen und lernte sehr viele spanische Leute kennen, die dann zu Freunden wurden. Da es im Gegenteil zu Mallorca es in Murcia keine Deutschen gab. Aber so hatte ich die Chance noch viel intensiver in die spanische Kultur und Lebensweise zu erleben.
Mit der Familie war es weiterhin super und so blieb ich bis Mitte Mai dort. Der Abschied fiel mir super schwer, aber man freut sich natürlich auch sehr auf zu Hause. Ich hoffe, ich kann den Kontakt zu meiner Gastfamilie halten.

Auf jeden Fall haben mich die acht Monate viel viel selbstständiger gemacht, dadurch dass man wirklich auf sich alleine gestellt ist und eine Verantwortungsposition der Kinder gegenüber hat. Und auch die spanische Sprache hätte ich ohne in Spanien bei Einheimischen zu leben nie so schnell gelernt. Alles in allem war es eine super Erfahrung Wert, natürlich ist nicht jeder Tag super toll und es gibt auch mal kleine Tiefpunkte aber die überwindet man schnell und am Ende kann euch keiner mehr das Erlebte wegnehmen.
Traut euch, liebe Grüße, Michaela
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Vielen Dank, liebe Michaela, für Ihren netten Bericht – wir freuen uns immer sehr über solche Beiträge! Wer immer seine/ihre Erfahrungen mit uns teilen möchte, ist herzlich eingeladen sich unter info@kulturist.com bei uns zu melden. Das motiviert sowohl uns, als auch zukünftige Au-Pairs!