
Das Au-Pair und den eigenen Erziehungsstil unter einen Hut bringen
Oder aber, Sie haben den Eindruck, das Au-Pair habe gar keine Vorstellungen zu diesem Thema. Gleich vorweg: An dieser Stelle gibt es wirklich mitunter große kulturelle Unterschiede. Dazu muss man nicht weit weg gehen, es reicht schon, nach Frankreich zu schauen. Sie können sich als Gastfamilie also nicht wirklich „in Sicherheit wiegen“, wenn Sie sich für ein Au-Pair aus einem EU-Land entscheiden. :) Aus diesem Grunde hier ein paar Tipps, wie Sie sich mit Ihrem Au-Pair über dieses Thema verständigen können.
Besprechen Sie möglichst viel schriftlich und frühzeitig
Nutzen Sie dazu unbedingt die Zeit, die bis zur Ankunft Ihres neuen Au-Pairs vergeht – meist steht man ja ohnehin schon eine Weile vorher in Kontakt miteinander. Senden Sie ihr/ihm am Besten eine ausführliche Email – schreiben Sie lieber zu viel, als zu wenig. Sie sollten dabei bedenken, dass Ihr Au-Pair sich auch schon vor Ankunft intensiv mit Ihnen/Ihrer Familie beschäftigen und sich vorbereiten wird. Ein weiterer Vorteil einer solchen Email liegt darin, dass alles, was nicht verstanden wird, sofort nachgeschlagen werden kann. Das ist oft einfacher, als später, während eines persönlichen Gesprächs.
Fragen Sie nach eigenen Erfahrungen
Es wird Ihnen sicher helfen Ihr Au-Pair besser zu verstehen, wenn Sie sich zunächst nach ihren/seinen persönlichen Erfahrungen erkundigen. Lassen Sich sich ruhig aus der eignen Kindheit erzählen und fragen Sie, welche Strafen beispielsweise im Herkunftsland Ihres Au-Pairs von den Eltern üblicherweise verhängt werden.
„Grenzen setzen“ – immer wieder ein Thema
Und genau das, was viele Au-Pair zu Beginn ihrer Zeit nicht gut schaffen, obwohl es so wichtig wäre! Der Grund liegt meist darin, dass Ihr Au-Pair ja von Ihren Kindern gemocht werden möchte und es daher (zunächst) nicht schafft, etwas abzuschlagen. Erklären Sie Ihrem Au-Pair, dass sie/er den Kindern natürlich vermitteln sollte, dass sie/er sie wirklich mag, aber auch klarmachen muss, dass sie/er ein Erwachsener und daher „der Chef“ in dem Sinne, dass sie auf sie/ihn hören müssen, ist. Sie/er kann Gefahren besser einschätzen und für Sie, als Eltern, darauf achten, dass wichtige Regeln eingehalten werden. Erklären Sie auch, dass das Austesten dieser Grenzen schnell ein Ende findet, wenn man damit Konsequent umgeht und alle Erwachsenen sich immer wieder über dieses Thema austauschen.

Regelverletzungen und Konsequenzen
Machen Sie Ihrem Au-Pair klar, wie sie/er sich bei Regelverstößen Ihrer Kinder verhalten sollte. Beispielsweise in kurzen Sätzen erläutern, dass ein Verhalten falsch war und das Kind dazu auffordern, das Richtige zu tun. Sollte es das immer noch nicht tun, so muss es dann eben die Konsequenzen tragen. Beispielsweise wer sein Zimmer bis zum Abend nicht aufgeräumt hat, darf nicht eine bestimmte Sendung im Fernsehen anschauen, sondern muss aufräumen. Oder wer gemeine Sachen sagt muss lernen, dass die angesprochene Person dann einfach keine Lust mehr hat, etwas Besonderes mit ihr/ihm zu machen, wie vorlesen, oder Plätzchen backen. Ergänzen Sie an dieser Stelle ruhig möglichst viele Beispiele aus Ihrem eigenen Alltag.
Was ist Tabu?
Stellen Sie ganz deutlich dar, welche Dinge überhaupt nicht in Frage kommen – wie beispielsweise, dass Kinder auf gar keinen Fall geschlagen werden (auch nicht auf die Finger etc.). Oder dass sie nicht bedroht oder geängstigt werden. Das ist eigentlich selbstverständlich und einfach, schwieriger ist es hingegen mit dem Thema „Bestechung“. Sie sollten es daher nicht versäumen Ihr Au-Pair darauf hinzuweisen, dass Kinder einfach eine völlig falsche Logik erlernen, wenn man sie für eigentlich normale Dinge belohnt. So verführerisch das zuweilen auch sein mag – sie werden es dann in Zukunft einfach immer erwarten. Erklären Sie, dass Kinder ein Au-Pair ihrer/seiner Persönlichkeit wegen mögen, oder wegen all der Dinge, die eine solche Person normalerweise mit ihnen unternimmt, mögen und nicht, weil sie/er ihnen Süßigkeiten gibt und Fernsehen schauen lässt.
Ganz wichtig: Kommunikation
Kündigen Sie ruhig an, dass Sie immer für Gespräche zur Verfügung stehen werden und dass ein Austausch über eben diese Themen sehr wichtig ist. Es hilft sicherlich darauf hinzuweisen, dass die gesamte Au-Pair-Zeit entspannter und schöner sein wird, wenn Sie und Ihr Au-Pair ein gutes Team für Ihre Kinder werden und Ihr Au-Pair möglichst schnell deren Zuneigung und Respekt gewinnen kann.
Bestimmt hilfreich ist es auch, vor allem in der Anfangszeit mit einem neuen Au-Pair, einen Tages- oder Wochenplan zu haben – lesen Sie dazu bitte diesen Artikel.