
Wie erreiche ich die besten Vermittlungschancen als Au-Pair?
Warum findet man für manche Au-Pairs sehr schnell eine Gastfamilie und für andere eben nicht? Was macht eine wirklich gute Bewerbung aus?
In der vergangenen Woche habe ich bei uns im Büro wieder einmal die eine oder andere Bewerbung für Au-Pair-Aufenthalte gesehen, die mich dazu bewogen hat, diesen Beitrag zu schreiben. Eigentlich liegt mir das ja schon länger auf der Seele – ausschlaggebend waren die Unterlagen einer jungen Dame, die möglichst noch in diesem Jahr als Au-Pair nach England reisen möchte. Sie möchte selbstverständlich nur nach London und auch nur bis März kommenden Jahres bleiben. Sämtliche Unterlagen waren auf Umweltschutzpapier ausgedruckt, die Fotos, welche sie mitgeschickt hatte, waren schwarz-weiß Kopien. So – jetzt fange ich am besten von vorne an:
Optische Aufbereitung der Bewerbungsunterlagen
Jeder achtet heute darauf, nicht mehr Papier als notwendig zu verbrauchen und natürlich sollte man ruhig auch, wo immer es geht, Umweltschutzpapier verwenden. Allerdings definitiv nicht, wenn Sie eine Bewerbung erstellen – es sei denn, die möchten für ein Unternehmen tätig werden, das im Bereich Umweltschutz tätig ist. Bedenken Sie bitte, dass heute fast alles digitalisiert wird: Haben Sie schon einmal gesehen, wie Umweltschutzpapier wirkt, wenn es gescannt wird? Nehmen Sie also besser wirklich weißes Papier und achten Sie, vor allem bei Ihrem Brief an die Gastfamilie und der Fotokollage, auf eine gute Qualität des Papieres. Alle Kopien, die Sie verschicken, sollten wirklich gut leserlich sein – das gilt ganz besonders auch für Fotos. Machen Sie lieber ein paar Farbausdrucke – auf schwarz-weiß Kopien wirkt fast jede(r) so, als hätte man die Bilder direkt aus der Kartei der Polizei. Verwenden Sie bitte keinen Drucker, den Sie nur noch aus nostalgischen Gründen besitzen, sondern gehen Sie dann lieber in den nächsten Copy-Shop. Sollten Sie schon öfter gehört haben, dass es schwierig bzw. unmöglich ist Ihre Handschrift zu entziffern, so füllen Sie die Vordrucke bitte lieber in Druckschrift aus. :)
Inhalte der Bewerbung als Au-Pair
Zum Thema Brief an die Gastfamilie einschließlich Auswahl der Fotos und auch zum Thema Referenzen für einen Au-Pair-Aufenthalt habe ich in den vergangenen Monaten schon Beiträge geschrieben, die Sie sehr gerne ebenfalls lesen können. Wichtig ist aber auch das Bewerbungsformular an sich. Nehmen Sie sich die Zeit, es KOMPLETT auszufüllen. Oftmals werden zum Beispiel keine Hobbies angegeben, weil die Bewerber(innen) davon ausgehen, dass das doch bereits in dem Brief an die Gastfamilie erwähnt wird. Bedenken Sie aber, dass eine Gastfamilie Ihren Brief unter Umständen nur dann lesen wird, wenn sie bereits beim Durchschauen Ihrer Bewerbung Übereinstimmungspunkte, oder etwas, das ihr Interesse weckt, gefunden hat.

Ein weiterer Punkt ist die Aufenthaltsdauer: Es ist selbstverständlich möglich, auch für nur einige Monate, also nicht für ein ganzes Jahr, als Au-Pair ins Ausland zu gehen (ausgenommen USA). Sie sollten allerdings bedenken, dass die meisten Gastfamilien es am Liebsten haben, wenn die Au-Pairs bis Schuljahresende, d.h. also meist Juni/Juli bleiben – wer also im Mai wieder nach Hause will/muss, sollte sich dann in Geduld fassen, die Familien werden solche Bewerber(innen) erst dann in Betracht ziehen, wenn es keine Alternativen gibt. Das gilt ganz besonders für sehr stark frequentierte Länder wie England. Überlegen Sie auch gut, was Sie an der Stelle angeben, wo nach dem Alter oder der Anzahl der Kinder gefragt wird, die Sie gerne betreuen würden. Glauben Sie wirklich, dass es sehr viele Familien mit einem (am Besten schon schulpflichtigen) Kind gibt, die ein Au-Pair suchen? Sicher es gibt sie, es sind aber nicht so sehr viele. Ebenso wohnen Gastfamilien, wie ich immer wieder gerne erwähne, nicht ausschließlich in London, Paris, Venedig oder Barcelona. Sie sollten sich also auch in ihrer Ortsauswahl nicht allzu sehr einschränken – während Ihres Au-Pair-Jahres werden Sie sicherlich Gelegenheit dazu haben, viele unterschiedliche Städte und Regionen Ihres Gastlandes kennenzulernen.
Selbstverständlich bekommen wir auch sehr viele, wirklich sehr schöne Bewerbungsmappen, denen man sofort ansieht, dass hier wirklich viel Zeit und Mühe investiert wurde. Genau diese Bewerber(innen) sind es dann auch, die wirklich sehr schnell vermittelt werden. Wir werden natürlich oft gefragt, wann man die Unterlagen am Besten einreichen sollte. Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, weil sich nie wirklich genau abschätzen lässt, wie lange es am Ende dauern wird, bis eine passende Gastfamilie gefunden wird. Zuweilen passiert das binnen weniger Tage, manchmal dauert es aber eben auch einige Wochen. Generell empfehlenswert ist es, sofern Sie nach Ihrem Abitur ins Ausland gehen wollen, die Unterlagen vor Ihren Abiturprüfungen fertig zu stellen, denn in dieser Zeit werden Sie dazu sicher nicht die nötige Muße haben!