
Sie sprechen Deutsch – also können Sie auch als Sprachtutor(in) Deutsch im Ausland unterrichten?!
Ich selbst finde es immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen im Ausland überhaupt Deutsch lernen wollen und vor allem überrascht es mich nach wie vor, wo überall auf der Welt Deutschlerner zu finden sind. Schon Sebastian Sick stellt in seiner „Zwiebelfisch“-Kolumne fest, dass die meisten Schüler in anderen Ländern vor die Wahl gestellt Deutsch, oder eine andere Fremdsprache zu erlernen, oft die andere Sprache wählen. Dennoch, es gibt sie, diese Menschen, in Lima, Ulaanbaatar, Valencia oder Goiânia, die unsere Sprache lernen wollen – sei es, weil sie sich einfach für Sprachen interessieren und eine Herausforderung schätzen, oder weil sie ihnen bessere berufliche Perspektiven bietet. Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich einige von ihnen getroffen, sowohl Au-Pairs, als auch Sprachtutoren und es war mir immer wieder eine echte Freude, mein Wissen weiterzugeben – obgleich ich keine Lehrerin bin und auch nie eine werden wollte! :)
Nachfolgend noch, was Google mir heute vorschlug:

Es ist natürlich eine echte Herausforderung, für unsere Sprachtutoren Menschen ganz unterschiedlichen Alters Alltags- oder auch Konversationsdeutsch zu vermitteln, vor allem für diejenigen unter Ihnen, die keine pädagogische Ausbildung haben. Es geht hier ja nicht um formalen Unterricht – Sie sollten daher wirklich mit Spaß bei der Sache sein.
Erwartungen im Vorfeld klären
Die meisten von Ihnen werden im Ausland Kinder jeden Alters unterrichten, klären Sie daher mit den Eltern gleich zu Beginn, besser noch schon im Vorfeld ab, was genau sie sich von Ihrem Aufenthalt versprechen, bzw. ob der/die Deutschlerner sich auf eine bestimmte Aufgabe vorbereiten wollen.
Bereiten Sie sich auf viele Fragen vor
Ihre Gastfamilie im Ausland wird, gerade zu Beginn, viel von Ihnen wissen wollen – bringen Sie Material von zu Hause mit. Das können Postkarten oder Bilder Ihrer Heimatregion sein, oder aber aus anderen Gegenden Deutschlands, die Sie kennen. Packen Sie auch einige deutsche Magazine oder Zeitschriften ein. Denken Sie auch an Bilder Ihrer Familie oder solche, die Sie bei Ihren Hobbys zeigen. Sollten Sie Teenager in Deutsch unterrichten, so werden diese sicher wissen wollen, wie Gleichalterige hier leben und wofür sie sich interessieren, welche Musik sie hören etc. – nehmen Sie unterschiedliche Medien mit, die dies anschaulich darstellen können. Alle diese Dinge eignen sich auch dazu, Deutsch zu üben!
Denken Sie an geeignete Materialien
Deutsche Literatur finden Sie zu Hause für jede Altersstufe. Sie werden rechtzeitig vor Ihrer Abreise wissen, wie alt Ihr(e) Schüler/innen sind. Versorgen Sie sich schon hier mit entsprechenden Büchern, Geschichten, Gedichten, Liedern – je nach Altersstufe. Oder nehmen Sie einfach Ihr Lieblings-Kinderbuch mit und stellen Sie es vor. Daraus können sich unendlich viele Möglichkeiten ergeben, Deutsch zu lehren. Auch Spiele, wie „Mensch ärgere Dich nicht“, „Stadt, Land, Fluss“ oder „Mau Mau“ sind eine gute Übung UND machen Spaß! Gerade Kinder lernen beim Spielen, Basteln oder auch Malen ohnehin am Besten.
Lassen Sie sich die Umgebung zeigen
Informieren Sie sich schon im Voraus darüber, was Sie am Wohnort Ihrer Gastfamilie (oder in erreichbarer Nähe) interessiert, welche Sehenswürdigkeiten Sie sich anschauen möchten. Auch ein Stadtrundgang oder Museumsbesuch, sogar das Einkaufen gehen, bieten gute Gelegenheiten für Sprachübungen. Lassen Sie sich erklären, was Ihr(e) Schüler/innen selbst in seiner Heimat besonders mag, oder wohin er/sie schon gereist ist.
Pflegen Sie gemeinsame Hobbies
Sofern Ihre Gastfamilie/Ihr(e) Schüler/innen gleiche bzw. ähnliche Hobbies wie Sie selbst – umso besser. Gemeinsames Kochen, Kinobesuche oder Sport sind immer eine gute Basis für Kommunikation. Allen macht Spaß, was sie tun – Ihnen auch!
Niemand wird von Ihnen erwarten, dass Sie als Sprachtutor(in) in die „Untiefen" der Grammatik vordringen, oder die Feinheiten und alle Nuancen der deutschen Sprache lehren – sofern Sie gerne mit anderen Menschen sprechen und über ein wenig Selbstsicherheit verfügen, können Sie Ihren Schülern aber ganz bestimmt dabei helfen zu lernen, besser zu sprechen.
