Erfahrungsbericht einer Gastfamilie: „Ein Jahr mit unserem Au-Pair – eine echte Bereicherung für unsere Familie“
Wir sind eine vierköpfige Familie aus Süddeutschland und hatten im vergangenen Jahr zum ersten Mal ein Au-Pair bei uns – eine junge Frau aus der Mongolei, die für zwölf Monate Teil unseres Familienalltags wurde.
Ehrlich gesagt waren wir anfangs etwas unsicher, was uns erwartet. Es ist ja doch eine besondere Situation, wenn plötzlich jemand Neues aus einem anderen Land mit im Haus lebt. Doch schon nach den ersten Tagen merkten wir, dass unsere Sorgen unbegründet waren. Unser Au-Pair war offen, freundlich und hilfsbereit, und sie hatte sofort einen wunderbaren Zugang zu unseren Kindern.
Sie unterstützte uns im Alltag auf liebevolle Weise: half morgens beim Fertigmachen, brachte die Kinder in den Kindergarten und übernahm kleinere Aufgaben im Haushalt. Nachmittags spielte sie mit den Kindern, bastelte, las Geschichten vor oder ging mit ihnen auf den Spielplatz. Besonders beeindruckt hat uns ihre Geduld und Gelassenheit – auch in stressigen Momenten behielt sie immer ein Lächeln im Gesicht.
Für unsere Kinder war sie schnell wie eine große Schwester. Sie haben so viel von ihr gelernt – nicht nur spielerisch, sondern auch über ein anderes Land und eine andere Lebensweise. Und für uns Eltern war es eine große Entlastung, jemanden zu haben, der uns mit Herz, Verlässlichkeit und Engagement im Familienalltag unterstützte.
Darüber hinaus war das Jahr für uns alle eine wertvolle interkulturelle Erfahrung. Unser Au-Pair hat uns traditionelle mongolische Gerichte gezeigt, Fotos von ihrer Familie und ihrer Heimat gezeigt und uns von Festen und Bräuchen erzählt. Gleichzeitig hat sie mit Begeisterung an unserem Familienleben teilgenommen – vom Plätzchenbacken in der Adventszeit über Ausflüge in die Berge bis hin zu unserem Sommerurlaub am Bodensee. Es war schön zu sehen, wie neugierig und offen sie war und wie schnell sie sich integriert hat.
Natürlich gab es auch Momente, die herausfordernd waren. Kleine Missverständnisse durch Sprachbarrieren oder unterschiedliche Gewohnheiten gehören einfach dazu. Aber gerade dadurch haben wir gelernt, wie wichtig es ist, offen und respektvoll miteinander zu sprechen. Mit etwas Geduld und Humor ließ sich alles gut klären – und oft haben wir dabei herzlich gelacht.
Am Ende des Jahres fiel uns der Abschied wirklich schwer. Wir hatten das Gefühl, nicht nur eine Helferin, sondern ein echtes Familienmitglied auf Zeit und eine Freundin gewonnen zu haben. Der Kontakt besteht bis heute, und wir hoffen sehr, dass wir uns irgendwann wiedersehen.
Unser Fazit: Ein Au-Pair ist weit mehr als Unterstützung im Alltag. Es ist ein Stück gelebter Kulturaustausch, eine persönliche Bereicherung und eine Erfahrung, die uns als Familie enger zusammengeschweißt hat. Wir würden es jederzeit wieder tun!