
Empfiehlt es sich, einen Tages- oder Wochenplan für ein neues Au-Pair zu haben?
Die ersten Tage, nachdem das neue „Familienmitglied“ eingetroffen ist, vergehen meist wie im Fluge. Man möchte sich zunächst kennenlernen, es werden viele Informationen ausgetauscht, der eine oder andere Behördengang ist noch zu erledigen und ein Sprachkurs zu suchen. Nach etwa zwei bis vier Wochen kommt es dann immer wieder vor, dass ich mit Gastfamilien spreche die mir dann berichten, das Au-Pair würde Aufgaben nur dann erledigen, wenn man explizit darauf hinweise und man frage sich, ob das Au-Pair sich auch wirklich in den „Familienbetrieb“ einbringe. Meine erste Frage lautet dann, ob denn eine Art Tages- oder Wochenplan erstellt wurde – dies ist sehr oft nicht der Fall.
Erkennen Au-Pairs denn nicht selbst, was zu tun ist?
Das ist eine Frage, die mir sehr oft gestellt wird. Zuweilen tun sie das schon und ganz sicher wird Ihr Au-Pair das im Laufe der Zeit immer besser können, aber gerade zu Beginn des Aufenthaltes bietet ein solcher Plan Ihrem Au-Pair eine gewisse Orientierungshilfe. Der Tagesablauf ist bei jeder Familie ein bisschen anders, unabhängig davon, ob man nur deutsche Familie vergleicht, oder aber eine deutsche mit einer beispielsweise chinesischen Familie. Sie sollten davon ausgehen, dass Ihr Au-Pair, ganz besonders am Anfang, auch nicht unbedingt Fehler machen möchte. Genau aus diesem Grunde tun manche der Au-Pairs dann lieber weniger, was dann wiederum von einer Gastfamilie auch als mangelndes Engagement aufgefasst werden kann. Auch gilt es zunächst sprachliche Barrieren zu überwinden. An dieser Stelle ist etwas „Schriftliches“ oft sehr viel einfacher zu verstehen und es hat den Vorteil, dass Ihr Au-Pair auch das eine oder andere Wort nachschlagen kann.

Weitere Vorteile eines Tages- oder Wochenplans
Es wird Sie natürlich zunächst ein bisschen Mühe kosten, einen solchen Plan zu erstellen, aber auf der anderen Seite werden auch Sie selbst so besser feststellen können, an welcher Stelle eine Entlastung für Sie sinnvoll und wichtig ist. Auch ist der Plan nicht „in Stein gemeißelt“, Sie können ja immer wieder entsprechend Ihren Bedürfnissen, oder auch den Zeiten des Sprachkurses Ihres Au-Pairs modifizieren. Zuweilen habe ich schon gehört, dass Au-Pairs, die einen solchen Plan haben, dann eben nur genau das tun, was auf dem Plan vermerkt ist. Ist das aber wirklich schlimm? Nun, dann sollten Sie Ihren Plan eben ändern. Abgesehen davon ist es im Normalfall auch so, dass Ihr Au-Pair, wenn sie/er eine Weile in Ihrem Haushalt lebt, ohnehin genau weiß, wo ihr/sein Aufgabengebiet liegt bzw. was genau erwartet wird – einen schriftlichen Plan werden Sie dann nicht mehr brauchen.
Investieren Sie daher ruhig ein wenig Zeit in einen Wochen- oder Tagesplan – letztendlich haben auch Sie selbst so deutlich mehr Planungssicherheit und vermeiden Schwierigkeiten insbesondere in der Anfangszeit mit einem neuen Au-Pair!