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Sprachreisen, mal anders - das Sprachtutorenprogramm

Das Sprachtutorenprogramm – eine besondere Form der Sprachreise

Judith Liehr·21. Februar 2013

Es gibt sehr viele, sehr unterschiedliche Menschen, die gerne für einen begrenzten Zeitraum ins Ausland gehen, eine andere Kultur und Sprache kennenlernen und am Liebsten in einer Gastfamilie leben möchten. Die Idee zum Sprachtutorenprogramm entstand eigentlich aus der Überlegung heraus, dass ein Aufenthalt als Au-Pair im Ausland, aus verschiedensten Gründen, nicht für jede/n geeignet ist. Es stehen dem oftmals vorgegebene Regelungen, wie beispielsweise Altersobergrenzen, Mindestaufenthaltsdauer oder auch die Erfordernis, Kenntnisse der Sprache des Gastlandes mitzubringen, entgegen. Oder aber einfach auch die Tatsache, dass nicht jeder wöchentlich 20-40 Stunden Kinder betreuen, oder im Haushalt helfen möchte.

Wer kann Sprachtutor/in sein?

Im Prinzip jede/r! Es gibt hier keine Altersgrenzen. Manche haben gerade ihr Abitur gemacht, andere studieren und nutzen die Semesterferien, wieder andere sind bereits im Ruhestand. Wichtig ist hier nur eine echte Sprachbegeisterung, das Programm richtet sich also an Menschen, die Freude daran haben, anderen ihre eigene Sprache näherzubringen und die außerdem eine andere Sprache vertiefen oder auch erlernen wollen. Ein großer Vorteil des Programms ist es ja, dass keine Kenntnisse der Sprache des Gastlandes vorausgesetzt werden – sofern die Tutoren gut Englisch sprechen. Auf Seiten der Gastfamilien muss nämlich mindestens eine Person Deutsch, oder aber Englisch sprechen. Selbstverständlich bietet das Programm gerade angehenden Fremdsprachen-Lehrern/Lehrerinnen eine besonders gute Möglichkeit zu trainieren, aber es ist nicht erforderlich pädagogische Vorkenntnisse zu haben, denn hier geht es nicht um „Unterricht" wie in der Schule oder im Sprachkurs, sondern in allererster Linie um Sprachtraining.

Welche besonderen Vorteile bietet das Sprachtutorenprogramm?

Abgesehen davon, dass der Personenkreis, der an dem Programm teilnehmen kann, nicht wirklich eingeschränkt ist, ist ein weiterer Pluspunkt die Tatsache, dass die Tutoren über sehr viel mehr Freizeit verfügen, als beispielsweise ein Au-Pair, denn neben den 15 Wochenstunden Sprachtraining gehen sie keine weiteren Verpflichtungen ein. Das heißt, es steht recht viel freie Zeit zur Verfügung, in der Sprachkurse belegt werden, oder auch Land und Leute auf eigene Faust entdeckt werden können. Die meisten Tutoren unternehmen erfahrungsgemäß auch sehr viel gemeinsam mit ihren Gastfamilien, dies ist aber kein „muss" – es ergibt sich vielmehr aus gegenseitigem Interesse. Das wiederum führt mich zum nächsten Punkt: Gastfamilien, die einen Tutor/eine Tutorin einladen, tun das zwangsläufig aus reinem Interesse an einem Kultur-/Sprachaustausch und nicht, weil sie Hilfe bei der Kinderbetreuung benötigen. Die Erwartungshaltung ist in diesem Programm eine völlig andere – u.a. sicherlich auch deswegen, weil der Aufenthalt ja meist wesentlich kürzer ist, nämlich nur 1-3 Monate.

Ich selbst bin sehr großer Freund speziell dieses Programms – es ist wirklich sehr flexibel und kann oftmals sehr individuell sowohl an die Wünsche der jeweiligen Gastfamilien, als auch an die der Tutoren/innen angepasst werden. Auch bin ich der Meinung, dass wirklich jeder, von Studenten/innen während der Semesterferien, über Menschen die eine Auszeit nehmen, bis hin zu denjenigen, die nicht mehr aktiv im Berufsleben stehen, die Möglichkeit haben sollte, ein Land, seine Menschen, seine Kultur und Sprache auf eine solche Art und Weise wirklich zu erleben.

Sprachtutor