
Worüber Au-Pairs sich am häufigsten beklagen
Als Gastfamilie möchte man natürlich Unmut vermeiden – deswegen werde ich immer wieder gefragt, worüber Au-Pairs, die sich in Deutschland bei unseren Gastfamilien befinden, sich beklagen.
Manche dieser Dinge lassen sich sehr einfach beheben oder anders organisieren, andere wiederum nicht.
Die Gastfamilie zahlt meinen Sprachkurs nicht
Nun, dass müssen Sie als Gastfamilie auch nicht – Sie sind lediglich dazu verpflichtet, einen Betrag i.H.v. € 50,00/Monat zum Sprachkurs dazu zu geben. Zuweilen reicht das aus, in anderen Fällen möchten Au-Pairs beispielsweise Intensiv-Kurse besuchen o.ä., dann müssen sie die Differenz selbst tragen. Prinzipiell sind alle Au-Pairs darüber informiert, dass die Zuzahlung für Sprachkurse auf diese 50 Euro begrenzt ist. Es kommt aber immer wieder mal vor, dass sie dann andere Au-Pair-Freundinnen treffen, deren Gasteltern die kompletten Kosten übernehmen – in solchen Fällen kann schon mal Unmut aufkommen.
Ich habe keinen Internetzugang
Generell sollte man einem Au-Pair heute das eigene WLAN zur Verfügung stellen. Das ist eigentlich inzwischen Standard – im Falle von Au-Pairs, die sich im Ausland befinden, ist das zusätzlich auch eine gute und sehr preiswerte Möglichkeit mit der Familie und Freunden im Heimatland Kontakt zu halten. Vor nicht allzu langer Zeit sind dafür nicht unerheblich Telefonkosten angefallen! Nahezu alle Au-Pairs reisen mit eigenem Laptop oder Smartphone an. Sollte Ihr Au-Pair über keins von beidem verfügen, so sollten Sie ein solches zur Verfügung stellen. Wichtig ist es aber auch, von Anfang an darauf hinzuweisen, dass das Smartphone/Tablet während der Kinderbetreuungszeiten nicht verwendet werden darf.
Die Gastfamilie zahlt das Ticket für den Nahverkehr nicht
Im Prinzip müssen Sie lediglich für Kosten aufkommen, die für den Besuch des nächstgelegenen Deutsch-Kurses anfallen. Alles, was darüber hinaus geht, ist eine freiwillige Leistung. Zuweilen empfiehlt es sich an dieser Stelle beispielsweise, die Kosten für eine Wochen- oder Monatsfahrkarte zu teilen.
Das Zimmer ist zu kalt
Bedenken Sie, dass sehr viele Au-Pairs aus Ländern kommen, in denen es deutlich wärmer ist, als hier – vor allem im Winter. Auch ist „Energie-Sparen“ in vielen der Herkunftsländer der Au-Pairs nicht unbedingt ein Thema. Sprechen Sie mit Ihrem Au-Pair darüber, dann wird sich sicherlich eine Lösung finden. Lesen Sie bitte auch meinen Artikel mit Tipps zur Einrichtung des Au-Pair-Zimmers.
Ich habe am Samstag und Sonntag nicht frei
Immer wieder ein Thema! Au-Pairs wissen, dass sie lediglich Anspruch auf 1,5 freie Tage pro Woche haben und das dies einmal im Monat auf einen Sonntag fallen muss. So die offizielle Regelung – aber natürlich haben viele Au-Pairs das Wochenende über komplett frei, da sie montags bis freitags von ihren Gastfamilien gebraucht werden. Aber eben nicht alle Menschen arbeiten nur an diesen Tagen und in der Regel sind die wöchentlichen Mithilfezeiten bereits vor Einreise mit dem Au-Pair besprochen worden.
Die Gastfamilie zahlt die Gebühren für meinen elektronischen Aufenthaltstitel nicht
Zugegeben: der neue, elektronische Aufenthaltstitel ist mit 100 Euro recht teuer. An dieser Stelle möchte ich aber darauf aufmerksam machen, dass Au-Pairs aus visapflichtigen Ländern immer bereits im Heimatland ähnliche, oder auch höhere Gebühren gezahlt haben. Zum einen für das Visum, welches sie bei der jeweiligen Deutschen Botschaft beantragen mussten und zum anderen auch für die Prüfungsgebühren an den örtlichen Goethe-Instituten für das A1-Zertifikat. Daher ist es nur fair, wenn diese Gebühren von den Gastfamilien übernommen werden.

Die Gastmutter ist zu streng
Na ja – schwieriges Thema! Bedenken sollte man dabei, dass Au-Pairs häufig wirklich einfach nicht alles wissen und dass es sich lohnt, vor allem an Anfang der gemeinsamen Zeit, wirklich alles genau und geduldig zu kommunizieren. Das lohnt sich! Glauben Sie mir – ich spreche da aus eigener Erfahrung. Auch ich weiß, dass man bzw. frau nicht immer die Zeit und Nerven hat, alles haarklein zu erklären, man sollte es aber dennoch versuchen; so vermeidet man unnötige Missverständnisse.
Die Gastkinder sind zu frech zu mir
Auch das ist ein sensibles Thema. Im Auge behalten sollte man an dieser Stelle, dass Kinder in anderen Ländern eben meist auch anders erzogen werden. So ist es beispielsweise nicht überall üblich, dass sie sich, vor allem Personen gegenüber, die älter sind als sie selbst, „frech/respektlos/o.ä.“ verhalten. Man muss nicht sehr weit reisen, um solche Unterschiede feststellen zu können – es reicht eigentlich, nach Frankreich zu fahren und das ist ja nun nicht wirklich ein exotisches Land. Alle unsere Partnerorganisationen bemühen sich nach Kräften darum, im Rahmen der Vorbereitung für dieses Auslandsjahr, auch auf das Thema Kindererziehung einzugehen. Es ist aber sehr wichtig, dass Sie als Gasteltern, gemeinsam mit Ihrem Au-Pair und Ihren Kindern eine Lösung für solche Schwierigkeiten suchen.
Es gibt natürlich noch andere Dinge, die zu Missverständnissen oder Schwierigkeiten führen können – ich denke aber, hier nun die häufigsten Klagen, welche uns zu Ohren kommen, aufgeführt zu haben. Wichtig ist es in jedem Falle immer „im Gespräch zu bleiben“, fast alle Probleme lassen sich auf diese Weise lösen!